Projektbezeichnung

Im Zentrum des Projektes steht die Kooperation von Amaro Foro und RIC, die die Basis für die Vernetzung und Zusammenarbeit mit weiteren Akteuren bildet. Das wichtigste Instrument ist dabei die Öffentlichkeitsarbeit im weitesten Sinne: Über gemeinsam organisierte Veranstaltungen, Infoabende und Fortbildungen werden Interessierte aus den Communities erreicht, die in ihrem Empowerment unterstützt und perspektivisch zu Multiplikatoren in der Jugendarbeit ausgebildet werden. Im geschützten Raum der Verbandsarbeit wird ihre Professionalisierung unterstützt und eigenständiges sowie eigeninitiatives politisches Engagement ermöglicht. Solche Veranstaltungen sind etwa Fortbildungsreihen zur Geschichte der Roma und zum Roma-Genozid oder auch Podiumsdiskussionen anlässlich des Welt-Roma-Tags und Zeitzeugengespräche anlässlich des Roma-Genozid-Gedenktages am 2. August. Ein Höhepunkt ist in jedem Jahr das Roma-Straßen- und –Kultur-Festival Herdelezi in der Neuköllner Boddinstraße. Das Herdelezifest ist auch als Sankt-Georgs-Tag bekannt und einer der wichtigsten Feiertage sowohl für christliche als auch für muslimische Roma auf dem Balkan. Nicht nur in den Communities hat sich das Festival als eine Gelegenheit zum gemeinsamen Feiern etabliert, es schafft darüber hinaus eine positive Sichtbarkeit von Roma in Berlin. Seit 2016 wird außerdem eine Veranstaltung zum Romanes-Tag (5. November) organisiert, um dem Aussterben dieser Sprache etwas entgegenzusetzen. 
Das Projekt hat seinen Sitz im Aufbauhaus, so wie inzwischen etliche andere Organisationen von Roma und Sinti. Die Schaffung dieses Ortes in Berlin und die sich daraus ergebende wesentlich erleichterte Vernetzung der Organisationen untereinander stellt eine erhebliche strukturelle Verbesserung dar, da eine deutlich größere Öffentlichkeit erreicht werden kann. 

2016 wurde die zweite Projektzeitung „Amaro Avazi“ (Unsere Stimme) veröffentlicht, die einen Überblick über die Arbeit von Amaro Foro bietet und über die potenziell Interessierte angesprochen sollen. Für die Vernetzung innerhalb der Community wird eine Facebook-Gruppe unter demselben Namen mit etwa 150 Mitgliedern genutzt. So können relevante politische Entscheidungen, Stellungnahmen und Veranstaltungseinladungen schnell und einfach in der Community verbreitet werden. 
Das Projekt übernimmt außerdem die Funktion einer Interessenvertretung. 2016 etwa wurde im Rahmen des Projektes eine Stellungnahme zur Räumung des Roma-Mahnmals verfasst, die von über 20 anderen Roma-Organisationen und –Aktivisten unterzeichnet und in der Presse zitiert wurde. Um die Bleiberechtskämpfe weiterhin zu unterstützen, organisierten Amaro Foro und das RIC außerdem eine Podiumsdiskussion mit Berliner Politikern. 
Auch als der RBB im Frühjahr 2016 eine in weiten Teilen rassistisch kulturalisierende Dokumentation über rumänische Taschendiebe ausstrahlte, war es das Community-Building-Projekt, das sich mit einer Stellungnahme an den Sender wandte und im persönlichen Gespräch mit der Redaktion die problematischen Teile der Sendung erklärte, somit also als Sprachrohr der Community fungierte. Dieser Teil der Arbeit soll durch die im letzten Jahr erfolgte Wiederbelebung des Romano-Bündnisses noch ausgebaut werden.